Die Rolle der Frau in der Ezidischen Religion

Verfasst: Hasso Omriko        
Übersetzt: Hatab Omar

28. Mai 2011

Der Begriff ”Ezidentum” leitet sich aus dem Wort ”Ezda” ab, der Bezeichnung für ”göttliches Wesen”, also dem Schöpfer. Im Ezidentum hat der Schöpfer tausend und einen Namen. Seine zwei wichtigsten sind:

Khweda, das bedeutet die Selbstbewegung, also der, der sich selbst erschuf.
Ezda, das bedeutet mein Schöpfer, der, der mich erschaffen hat.

Beide Namen sind sowohl weiblich als auch männlich zu verstehen.

Im Ezidentum gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen außer dem des Könnens (Qualifikation, Kompetenz, Leistung). Hier bezieht man sich auf den Grundsatz des ”Scher Schera, ci Jine ci Mere”, was mit, „der Löwe bleibt ein Löwe, gleichgültig ob er männlich oder weiblich ist,“ übersetzt werden kann.

Zur Zeit des arabischen Eintritts in unser Land herrschte ”Ezmira” in Süleimaniya. ”Mananosa” war die Herrscherin des Khabur und ”Fero” die Herrscherin des Arzan  Malatiya.

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Prinzessin ”Miyan”, die Großmutter des heutigen Prinzen der Eziden, Mir Tahsin Beg 10 Jahre lang weltweit die Prinzessin der Eziden und das bevor Indira Ghandi Indiens Premierministerin wurde und Margaret Thatcher die Großbritanniens.

Im Ezidentum gibt es weibliche Xwidans, wie ”Pira Fat”, die die erste menschliche Gesellschaft aus 7 Familien gründete und die Aufgabe des Weltaufbaus von den Engeln an die Menschen übertrug, laut ezidische Mythologie.

Xatuna Fexra ist von fast alle Eziden als heilige Xwidan bekannt und anerkannt. Die Eziden fasten jährlich einmal für sie und bitten sie um Hilfe, insbesondere bei der Geburt eines Kindes.

Weitere weibliche erwähnenswerte Xwidans sind auch ”Pira Libna” , „Sitiya Zin“, „Medin“, „Sitiya Es“… etc. .

 

Literatur:

Rasho, Khelil:  Nehwa me´rifat haqîqet al-diyana al-êzidiya, Rabun Publishers, Sweden, 1998. (in Arabic)

A. Sazanow: Sora Mari, mudun we hedarat

Nebez, Jemal: The Oppressed Kurds and their Moslem Brothers (in Arabic language), Köln, 1994

 

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