Pressebericht zum Tag der Niedersachsen (vom 18. bis 20.06.2010)

Bundespräsident Christian Wulff am Stand der Ezidischen Akademie

Integration war ein wichtiges Thema am Tag der Niedersachsen in Celle.

Ein großer Erfolg war der Informationsstand der Ezidischen Akademie am Tag der Niedersachsen vom 18. bis 20.06.2010. Ein Highlight war dabei der Rundgang des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff. Noch als Ministerpräsident von Niedersachsen machte Christian Wulff klar, wie wichtig ihm das Thema Integration ist. Dass dies auch ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit im Amt des Bundespräsidenten sein wird, machte er bei seiner Antrittsrede deutlich.

In einem kurzen Gespräch mit Christian Wulff konnte Thomas Lindlmair von der Ezidischen Akademie das Hilfsprojekt für kranke und behinderte Kinder aus dem Nordirak vorstellen. Dieses Projekt wird auch im Rahmen des Projekts Kasseler Weihnachten 2010 vom Bundesverband Arbeit und  Soziales unterstützt. Dieses Projekt  wurde bereits 2009 vom damaligen  Bundespräsident Horst Köhler als  vorbildliches Projekt mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Ein Mitbegründer der Ezidischen  Akademie und Leiter des Hilfsprojekts will schwer kranke und  schwer behinderte Kinder aus der  Region Kurdistan für die medizinische Behandlung nach  Deutschland holen. Dies ist in vielen  Fällen notwendig, weil die Heil- und  Überlebenschancen bei einer  Behandlung in Deutschland  wesentlich höher für diese Kinder sind. „Wir hoffen dabei auf ein wenig Unterstützung durch den Bundespräsidenten und auf eine ähnlich gute Resonanz und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung wie dies bei den Kindern aus Tschernobyl der Fall war“, so äußerten sich Mitglieder der Ezidischen Akademie.

Als am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ein Reaktor explodierte, haben viele Familien und Ärzte in Deutschland den durch die Strahlung erkrankten Kindern geholfen und ihnen eine Heilbehandlung in Deutschland ermöglicht. Vielen, vielen Kindern konnte so das Leben gerettet werden. Zwischen Kindern aus Deutschland und Kindern aus der Ukraine sowie deren Familien entstanden Freundschaften, die vielfach bis heute bestehen. Die Initiatoren des Hilfsprojekts für die Kinder aus der Region Kurdistan hoffen, dass sich dies wiederholt. Thomas Lindlmair sagt: „Wir wollen möglichst vielen Kindern helfen und freuen uns darauf, dass viele Freundschaften entstehen.“

Zahlreiche Menschen besuchten den Infostand der Ezidischen Akademie in Celle und informierten sich. Viele Flyer wurden verteilt und Kontakte geknüpft. Celle ist ein Zentrum der Eziden in Deutschland. Trotzdem wussten viele Besucher mit dem Begriff Ezide nichts anzufangen. Die Ezidische Akademie will hier weiter Informations- und Integrationsarbeit leisten. Ein besonderer Dank gilt dabei der Stadt Celle, die diese Integrationsarbeit unterstützt. Im Rahmen des Tags der Niedersachsen wurden  ein Zelt und Infrastruktur für den Stand bereitgestellt. Unter der Leitung des Integrationsbeauftragten der Stadt Celle wurde eine Straße der Integration eingerichtet. Zahlreiche Gruppen konnten sich mit kulturellen Auftritten auf den Bühnen einem begeisterten Publikum präsentieren. Der Tag der Niedersachsen hat so einen hervorragenden Beitrag zur Integration und Völkerverständigung geleistet.

 

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