Ezidische Akademie lädt ein zu brisanter Diskussion - Brautgeld - Eine ezidische Tradition?

von Insa Nieberg

Am Samstag den 28. Mai 2011 haben sich ca. 40 interessierte Personen in den Räumlichkeiten der Ezidischen Akademie e. V. zusammengefunden. Sie alle verbindet ein Interesse – der Wunsch nach einer Aufklärung zur Thematik des Brautgeldes. Dementsprechend kamen sie auch mit Vorstellungen und Erwartungen an diese Sitzung, die sie persönlich mitgebracht haben. Deja. Und

Herr Hasso Omriko, der ehemalige Vorsitzende der Ezidischen Akademie, berichtete einführend über die Rolle der Frau in der ezidischen Religion. Es wurde klar, dass es aus religiöser Sicht keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt, entscheidend ist die Qualifikation der einzelnen Person. Dies wird deutlich durch ein bekanntes ezidisches Sprichwort: „Der Löwe bleibt ein Löwe – egal, ob er männlich oder weiblich ist“. 

Im Anschluss folgte die Präsentation von Hayri Demir und Mejdin Kurt, die sich explizit mit der Thematik des Brautgeldes befasste. Der Fokus ihrer Arbeit war demnach darauf ausgerichtet, über das Ezidentum und das Brautgeld aufzuklären. Ihre Website www.ciwanen-ezidi.de bietet Jugendlichen eine Plattform zur Auseinandersetzung und stellt Hintergrundinformationen zur Verfügung. Brautgeld in seiner heutigen Höhe sei kein Brauch im Ezidentum und müsste ans Tageslicht gebracht werden – durch Aufklärung. Weiter sahen sie die größte Problematik darin, die ezidischen Werte und Normen der ezidischen Jugend zu vermitteln. Dies sei die größte Herausforderung in der gegenwärtigen Gesellschaft der Eziden. Wichtig ist, dass ein Prozess der Aufklärung sich sowohl an die ezidische Gemeinde als auch an die Öffentlichkeit außerhalb der Religions- gemeinschaft richtet.

Bei aller Diskussion über Traditionen und religiöse Gebote formulierte ein Teilnehmer der Veranstaltung treffend: „Es gibt drei Gründe zu heiraten: Liebe, Verstand und Vernunft.“

 

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