Arbeitskreis „Frauenrechte in religiösen Minderheiten“

Die Ezidische Akademie tritt als Organisation für die Situation der Eziden und Kurden hier in Deutschland ein. Besonders die Situation der Frauen ist dabei ein Thema mit dem wir uns tiefergehend auseinandersetzen. Aus diesem Grund, haben Jenny Thomsen und Perisan Ciner einen Arbeitskreis mit dem Thema Frauenrechte gegründet. Der Arbeitskreis „Frauenrechte in religiösen Minderheiten“ wird vom Bildungsverein Hannover unterstützt.

Im Fokus der Arbeitsgruppe steht die Diskussion über die Rechte der Frau, insbesondere mit Blick auf die Situation von Frauen aus religiösen Minderheiten und Frauen mit Migrationshintergrund. Entsprechend bildet die weibliche Perspektive stets den Kern der Gespräche. Die Diskussion konzentriert sich dabei sowohl auf die Menschenrechte von Frauen in ihren Heimatländern, als auch in der Diaspora. Dabei sollen die besonderen Herausforderungen für Frauen aus religiösen Minderheiten während des Migrationsprozesses, als auch in der neuen Umgebung in Deutschland erörtert werden. Im Rahmen des Meinungsaustausches werfen wir zudem einen objektiven Blick auf die Debatte um Minderheitenrechte als möglichem Kontrast zu den Rechten der Frau.

Die Teilnehmerinnen diskutieren gemeinsam mit uns die Situation der Frauen in ihren Heimatländern als auch hier in Deutschland. Dies können ganz unterschiedliche Situationen und Themen sein, z.B.

-          Was bedeutet es für eine Frau Rechte zu haben? Diese Frage führt uns zu einer Diskussion über Frauenrechte in der Heimat und in Deutschland. Die Diskussion dreht sich immer wieder um das „Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau“ der Vereinten Nationen. Die Rechte dieses Abkommens werden beschrieben und diskutiert.

-          Frauendiskriminierung. Wir diskutieren die Unterdrückung und Verfolgung aus der weiblichen Perspektive.

-          Multikulturalismus und Frauenrechte. Was passiert, wenn die Ansprüche von religiösen oder kulturellen Minderheiten mit den Gleichstellungsnormen im Konflikt stehen?

-          Welche Bedeutung hat der Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen?

-          Integration und Assimilierung. Wie wird die kulturelle und religiöse Identität in der neuen Umgebung erhalten und/oder transformiert?

-          Frauen und negative Stereotypen. Welchem Druck aus der Gesellschaft und/oder ethnischen Gruppen sind Frauen ausgesetzt?

-          Wie äußert sich Gewalt aufgrund Ehrverletzung? Wie sind Frauen von dieser Art der Gewalt in Ihren Heimatländern und in der Diaspora betroffen?

-          Zwangsheirat als eine Verletzung der Menschenrechte.

-          Was sind die Rechte von jungen Mädchen, insbesondere Mädchen aus Minderheiten?

-          Das Leben in Deutschland. Was für Schwierigkeiten und Möglichkeiten gibt es für Frauen in ihrer neuen Umgebung? Es ist mitunter sehr schwierig ein neues Leben in einem neuen und fremden Land zu beginnen. In unserem Arbeitskreis diskutieren wir die Erfahrungen der Frauen, die nach Deutschland gekommen sind.

-          Wie ist es sein Land zu verlassen? Was bedeutet das für Frauen? Die Auswirkungen und Erfahrungen dabei müssen nicht immer dieselben sein, wie bei Männern.

-          Wir vergleichen auch die Situation der Frauen in ihrem Heimatland und in Deutschland. Welche Unterschiede gibt es für Frauen? Und wie erfahren und empfinden Frauen diese Unterschiede?

-          Was für Möglichkeiten gibt es, für Frauen etwas zu verändern, für sich selber und andere Frauen? Im Heimatland und in Deutschland.

- Auch die Rolle der Frau in der Familie wird besprochen. Die Rolle der Frau als Mutter ist äußerst bedeutend, da sie den Kindern die Richtung vorgibt. Die Erziehungsaufgabe ist nicht immer leicht. Insbesondere für Migrantinnen die oftmals zuerst den Kulturschock in der neuen Heimat überwinden müssen. Die Bedeutung der Mutter für die Entwicklung des Kindes ist offenkundig und daher sollten die eigenen Bedürfnisse der Mutter gefördert werden. 

Über diese beispielhaften Themen hinaus, lebt der Arbeitskreis von den Themenvorschlägen unserer Teilnehmerinnen.

Im Grundsatz soll der Arbeitskreis ein Treffpunkt für Frauen sein, um Probleme und Schwierigkeiten des Lebens in Deutschland gemeinsam zu diskutieren. Den Frauen eröffnet sich somit eine Möglichkeit andere Frauen in ähnlichen Situationen zu treffen.

Trotzdem bekommen wir manchmal den Hinweis, dass es nicht genug ist, sich nur zu treffen und zu reden bzw. sich auszutauschen. Es gibt Frauen, die zusätzlich auch praktische Hilfe und Unterstützung benötigen. Neben dem Arbeitskreis bietet die Ezidische Akademie daher viele zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen:

-          Vermittlung zwischen Institutionen/Behörden und den Hilfesuchenden bei Problemen und Verständigungsschwierigkeiten

-          Empfehlung bei der Suche und Auswahl relevanter Institutionen, Organisationen, Behörden, Schulen, usw.

-          Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Behörden

-          Begleitung zu Behörden

-          Beratung für alleinstehende Mütter oder bei Familienproblemen

-          Rat und Unterstützung für Frauen, die studieren möchten

-          Hilfe und Unterstützung für Mädchen und junge Frauen bei der Entwicklung einer „bi- oder multikulturellen" Identität. Sie werden von uns unterstützt, eine Wahl für ihr Leben zu treffen, die ihnen entspricht (bspw. der Wunsch nach mehr Bildung).

-          Übersetzungshilfen

-          Computerkurse in verschiedenen Programmen in deutscher Sprache

Wir möchten Frauen aller Altersstufen dabei unterstützen, ihre Rechte in dieser Gesellschaft wahrzunehmen. Wir beraten und informieren kostenfrei und auf Wunsch auch anonym. Wir unterliegen natürlich der Schweigepflicht (d.h. keine Informationen gehen nach Außen oder an Dritte).

Wer sich angesprochen fühlt, weil er sich vielleicht in einer der oben beschriebenen Situationen befindet oder wer sich schlicht für Frauenrechte und die Situation der Frauen in verschiedenen Ländern interessiert, der ist bei uns jeder Zeit herzlich willkommen und eingeladen sich am Austausch zu beteiligen.

Ab Januar 2011 findet der Arbeitskreis jeden Mittwoch in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr im Büro der Ezidischen Akademie, Göttinger Chaussee 115 in Hannover statt. Bei Interesse und Bedarf, können wir auch gern einen Besuchstermin bei Ihnen vor Ort ausmachen.

Bei Interesse zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an:

Jenny Thomsen
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Perisan Ciner
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