Stellungnahme der Ezidischen Akademie zu den Vorfällen in Detmold und Stolzenau

In den letzten Wochen haben zwei Vorfälle, an denen Eziden (Yezidi, Jesiden) beteiligt waren, großes Aufsehen in der deutschen Öffentlichkeit erregt: In Remminghausen, in der Nähe von Detmold, wurde am 01.11.2011 die 18-jährige Arzu Ö. von ihren Geschwistern entführt, weil sie sich in einen deutschen jungen Mann verliebt hatte; es ist zu befürchten, dass sie umgebracht wurde. Im niedersächsischen Stolzenau wurde die 13-jährige Zozan B. von ihrem Vater erschossen, weil sie wegen Problemen mit ihren Eltern das Elternhaus verlassen hatte.

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Im Gespräch mit Alia Bayazeed Ismail

von Virginia Apel

Alia Bayazeed Ismail ist eine außergewöhnliche Frau – eine ezidische Frau, eine Idealistin und dazu eine Prinzessin. Vor zehn Monaten ist Alia nach Deutschland umgezogen mit einer bescheidenen Anzahl von Koffern, aber einer großen Menge an Bücherkisten, Manuskripten und Lebensenergie.  Wir sind geehrt, Alia als neues Mitglied der Ezidischen Akademie e.V. Hannover zu begrüßen.

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Ezidische Akademie lädt ein zu brisanter Diskussion - Brautgeld - Eine ezidische Tradition?

von Insa Nieberg

Am Samstag den 28. Mai 2011 haben sich ca. 40 interessierte Personen in den Räumlichkeiten der Ezidischen Akademie e. V. zusammengefunden. Sie alle verbindet ein Interesse – der Wunsch nach einer Aufklärung zur Thematik des Brautgeldes. Dementsprechend kamen sie auch mit Vorstellungen und Erwartungen an diese Sitzung, die sie persönlich mitgebracht haben. Deja. Und

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Arbeitskreis „Frauenrechte in religiösen Minderheiten“

Die Ezidische Akademie tritt als Organisation für die Situation der Eziden und Kurden hier in Deutschland ein. Besonders die Situation der Frauen ist dabei ein Thema mit dem wir uns tiefergehend auseinandersetzen. Aus diesem Grund, haben Jenny Thomsen und Perisan Ciner einen Arbeitskreis mit dem Thema Frauenrechte gegründet. Der Arbeitskreis „Frauenrechte in religiösen Minderheiten“ wird vom Bildungsverein Hannover unterstützt.

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Verbrechen an Frau Fauzia A. aus Werther/Bielefeld

von Dr. Lutz Brade, Ezidische Akademie e.V.

Die Ezidische Akademie Hannover, gegründet 2009, hat von dem Verbrechen an Frau Fauzia A. aus Werther/Bielefeld durch die Medien erfahren. Wir sind zutiefst bestürzt und trauern um Frau Fauzia A. Wir weisen wie bei den vorangegangenen Morden an einem Mädchen (Nienburg) und an einer jungen Frau (Detmold) darauf hin, dass Taten wie die genannten nach dem ezidischen Glauben verboten sind. Sie werden nach menschlichem und göttlichem Recht mit Strafe belegt.

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Brautgeld in der Diskussion

von Hayri Demir

Schon seit längerer Zeit sind Diskussionen aufgekommen, die sich mit dem Thema des Brautgeldes beschäftigen. Zu Stande gekommen sind diese Diskussionen, weil der oft geforderte Brautpreis mittlerweile derart hohe Beträge aufweist, die die 10.000€- Marke bei weitem überschreiten. Auch im Vorfeld dieser Veranstaltung gab es Diskussionen, die hauptsächlich im Internet stattgefunden haben. Zwar waren viele für unsere Initiative, doch gab es auch kritische Stimmen, die sich aufgrund von Missverständnissen gebildet haben. Damit diese Initiative und auch diese Veranstaltung nicht falsch verstanden wird, werde ich unseren Standpunkt, das heißt den Standpunkt der Ezidischen Jugend, zum Brautgeld erläutern und dabei auf die Kritik eingehen:

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Ehrenmorde in der yezidischen Gesellschaft … und einige Anmerkungen zu ihrer rechtlichen Beurteilung

von Johannes Düchting

In der deutschen Öffentlichkeit und vor allem in der Presse verbindet man die yezidische Gesellschaft und Religion oftmals mit dem Institut der „Ehrenmorde.“ Und selbst dann, wenn – wie bei einem derartigen Vorfall am Niederrhein im April 2009 – es sich nicht um Yezidi handelt, ist die Presse schnell dabei, einen Ehrenmörder „der Volksgruppe der Jesiden“ zuzuordnen.1 Mit der yezidischen Religion hat dieses Institut aber rein gar nichts zu tun: „Ehrenmorde sind ein Verbrechen und für uns eine Todsünde,“2 verurteilte zuletzt anläßlich eines Deutschland-Aufenthaltes Emir Tahsin Beg die Morde „aus Gründen der Ehre“ kategorisch. Dennoch darf nicht geleugnet werden, dass Morde aus Gründen der Ehre in der yezidischen Gesellschaft vorkommen und in dieser heute leider immer noch ein Problem darstellen.

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Zweites Frühstück bei den "starken Frauen"

von Virginia Apel

Nach meinem Besuch in Oktober bin ich wieder dabei im Kulturzentrum Garbsen mit Hatun Tuku und ihrer Gruppe starker ezidischer Frauen.  Heute sind alle Stühle besetzt, weil wir heute einen besonderen Gast haben: Dr. Christel Hasselmann, Religionswissenschaftlerin, Studienrätin und Vorsitzende des Fachverbands Werte und Normen in Niedersachsen e.V.  Sie ist hier, um über Schulunterricht und über ihre Erfahrung mit Initiativen für Schüler mit Migrationshintergrund in Garbsen zu reden.  Der Tag ist wieder kalt und grau.  Aber tobende Kleinkinder, heißer Tee und leckeres selbstgebackenes Fladenbrot und Gebäck schaffen wieder eine warme und lebendige Runde.

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