"Ezidische Einflüsse in christlichen Festen" von Hasso Omriko

Die ursprünglichen christlichen Quellen stellen fest, dass Jesus in Kore in Betlehem geboren wurde und dass dort Hirten mit ihrer Herde lebten. Durch die Verfolgung der ersten Christen, die z.T. bei ezidischen Kurden Schutz suchten, kamen die Christen mit dem ruadischen Neujahrsfest am 21. März in Berührung und integrierten es in ihre Religion. Erst im 4. Jahrhundert wurde durch eine päpstliche Bulle das Weihnachtsfest auf den heutigen Termin am 25. Dezember verlegt, um ein anderes vorchristliches Fest zu integrieren.


Entsprechend den Forschungen des berühmten Forschers Jems Freser in seinem Buch „Der goldene Zweig“ (1992) fand traditionell am 25. Dezember ein großes Volksfest statt, das die Kirche nicht verbieten konnte. Daher hat sie es christlich umgedeutet und es Weihnachten genannt. Auf diese Weise wurden vielfach nichtchristliche Feste integriert und mit christlichen Motiven verbunden.
Tatsachen über die beiden historischen Feste:

In der ruadisch-schemsanischen oder mithraischen Kultur, der Kultur von Noah und Abraham wird das große traditionelle Fest am 21. März Newroz genannt, das am 25.Dezember Bilinda. Beide werden in den Dokumenten von Bokhas Koy (1585 v.Chr.) in einem Gebet des hethitischen Imperators Moro Schily erwähnt. Ebenso sind sie in dem hinduistischen Buch  Veda (3000 v. Chr.) verzeichnet.

Die moderne Forschung bestätigt und erklärt diese Befunde: Prof. Merdad von der University of Philadelphia (Washington) fand heraus, dass die Sumerer die Zeremonien und Traditionen der beiden großen Festen verbreiteten, als sie im 5. – 4. Jahrtausend durch Khosestan nach Südmesopotamien umsiedelten.

Allgemein gilt für die ruadische Kultur, dass Feste nicht mit Personen, Rasse, Volkszugehörigkeit oder Abgrenzung von anderen verbunden werden, sondern mit großen astronomischen Veränderungen, die direkten Einfluss auf das Alltagsleben haben. Zum Beispiel wird das erste Fest am 21 März mit dem Wechsel der Jahreszeit von Winter zu Frühling in Beziehung gebracht. Am 20.03 ist der Tag der Tag- und Nachtgleiche, ab dem 21.03. ist dann der Tag länger als die Nacht. Dieses Ereignis gilt als Zeichen für die Geburt des Sonnengottes Mithras. Ebenso wird dieses Ereignis als Sieg des Lichtes über die Dämmerung (Dunkelheit) und Sieg der Gerechtigkeit über die Ungerechtigkeit betrachtet.

Der Sonnengott steht für die Verlässlichkeit der Zirkulation der Erde um die Sonne. Der 21. März markiert den Anfang der Frühlingsfeste, die 40 Tage dauern, d.h. bis Ende April. Einer dieser Festtage ist der „Rote Mittwoch“, Anfang April. Der ezidischen Religion zufolge wurde am Mittwoch die Seele auf die Erde geschickt. Damit hat das Leben begonnen.

Der 21. März ist auch der Anfang des kurdischen Kalenders. An diesem Tag des Jahres 612 v. Chr. wurde das medische Reich gegründet. So feiern die Kurden und viele andere iranische Völker den 21. März und nennen ihn Newroz, d.h. Neuer Tag.

Die ersten Christen, die vor der Unterdrückung der Römer in die ruadischen Gebieten geflüchtet waren und haben mit den Menschen dort das Newroz- Fest gefeiert und es später als Weihnachten bzw. Jesu Geburt bezeichnet.
Das zweite Fest findet am 25.12 statt  und heißt Bilinda, übersetzt: Erhöhung, Wendepunkt des Winters, minimaler Anstieg der Sonnenscheindauer. Traditionell muss jedes Land bis 24. 12 gepflügt werden, denn nach dem Sonnenuntergang am 25.12. wacht die Sonne auf und die Erde heiratet den Himmel.

Bilinda ist das vierte und letzte Fest in Dezember. Vorher finden in diesem Monat bereits drei andere Feste statt:  1. Das Scheschims-Fest, 2. Das Xwidan-Fest und 3. Das Ezi-Fest (Schöpfer).

Bilinda wird von verschiedenen ezidischen Teilgrupppen unterschiedlich gefeiert. Bei den Eziden von Schekhan und Schengal wird das Bilinda-Fest Kergal genannt. Die Celika (Tori) nennen es Pir Ali.

Später, als die Kultur sich stärker zu männlicher Dominanz gewandelt hatte, wurden die Besonderheiten dieses Festes geändert und auf sexuelle Zeremonien festgelegt.

Geburt Jesu:

1. Die beiden historischen Tage, der 21. März und 25. Dezember wurden in Syrien gefeiert und haben mit der Geburt Jesu nichts zu tun. Ein christlich- katholisches Wörterbuch, bestätigt, dass Jesus nicht am 25. Dezember geboren wurde. Im gleichen Wörterbuch wird erwähnt, dass das Datum 25. Dezember für die Geburt Jesu jahrhunderte später erfunden wurde, um das Fest Scheschims (Sonnenfest) zu ersetzen.

2. Das Datum, an dem Jesus geboren wurde, ist bis heute unbekannt. Viele gehen davon aus, dass er im September oder Oktober geboren wurde. 

3. Maria war eine Hausfrau und hatte sieben Kinder, davon fünf Söhne und zwei Töchter. Die Söhne hießen: Jesus, Jakobus, Joseph, Simon und Judas. Maria hat wie ein Mensch gelebt und starb wie ein Mensch, nicht als Engel.

4. Jesus half seinem Stiefvater Josef als Tischler bis zum 17. Lebensjahr. Ab dieser Zeit verschwand er und mit 30 Jahren kam er zurück. Vermutlich hatte er in dieser Zeit die Theologie in den buddhistisch-mongolischen Tempeln gelernt.

5. Die Byzantiner kämpften mit den Mongolen für die Kultur des Propheten (Gottesgesandter)  und gegen die ruadische Kultur. Insbesondere unterstützten sie 400 Jahre lang die Osmanen gegen diese Kultur.
Jesus hat aber die friedliche Seite dieser Kultur verbreitet. Er hat immer Frieden gestiftet und nie zur Gewalt aufgerufen.


Literaturverzeichnis:

1. Zeitschrift Lalisch Nr. 6
2. Dr. Wedih Bischur: Sumerer und Akkaden. 1991 S. 207
3. Dr. I´d Marée: Die Geschichte Mezopotamien. Damaskus
4. Welid Cader: Die Glauben in Mezopotamien. S. 366
5. Zeitschrift Isteyqiz. 2008, S. 19
6. Hassan Amin: Die Mongolen. Beirut. S. 135.

 

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