Ezidisch-kurdische Siedlungen in Georgien

von Jenny Thomsen

Die kurdische Minderheit in Georgien bestand in der Vergangenheit aus Menschen zweier Konfessionen – Islam und Ezidentum. Bereits im zehnten Jahrhundert kamen die ersten muslimischen Kurden nach Georgien. Sie kamen periodisch aus dem Süden, vor allem als Saisonarbeiter. Später, im sechzehnten Jahrhundert, ließen sich muslimisch-kurdische Nomaden in Kartli nieder, vor allem rund um Mtskheta. Die größte Migrationswelle der muslimischen Kurden nach Georgien erfolgte allerdings in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, als sie als Nomaden aus der Türkei kamen und sich vor allem in den südlichen Regionen Georgiens ansiedelten. Die Minderheit wurde 1944 in der Stalin-Ära dann gemeinsam mit einigen anderen muslimischen Gruppen aus Süd-Georgien zu großen Teilen aus dem Land deportiert. Nur wenige sind seitdem zurückgekehrt. Folglich besteht die überwiegende Mehrheit der Kurden in Georgien heute aus Eziden. Muslimisch-kurdische Gemeinschaften im Kaukasus findet man fast ausschließlich in Aserbaidschan.

Die Migration der Eziden im Südkaukasus trat in mehreren Bewegungen auf. Als Folge der zunehmenden religiösen Unterdrückung im Osmanischen Reich und auf der Suche nach Unterstützung durch nicht-muslimische Verbündete wanderte die erste Welle der Eziden in den frühen 70er Jahren des siebzehnten Jahrhunderts nach Georgien aus. Eine zweite Bewegung folgte im ersten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts aufgrund der religiösen Verfolgung innerhalb des Osmanischen Reichs (vor allem während des Völkermords an den Armeniern im Jahr 1915). Auch die Eziden wurden Opfer dieser Massaker, welche die Massen-Migration der Gruppe in den Kaukasus verursachte.

Die Mehrheit der Eziden zog zu größeren Städten wie Tiflis, Telawi, Rustavi und Batumi. Die älteren Stadtteile von Tiflis wurden zu bevorzugten Ziele, und noch heute kann die überwiegende Mehrheit der Eziden in Georgien dort gefunden werden. In geringerem Umfang, fanden die Eziden auch Unterschlupf in den ländlichen Gebieten in Kachetien, Tianeti und Guria.

Das „European Centre for Minority Issues“ (ECMI) in Tiflis, hat uns Information über die ezidisch-kurdischen Siedlungen zur Verfügung gestellt.

 

Muslimisch-Kurdische Siedlungen in Georgien vor Umsiedlung nach Zentralasien im Jahr 1944

Samtskhe- Javakheti Region:
  • Aspindza, Akhalkalaki, Adigeni, Dörfer Toloshi, Tmuki (Tmogvi), Nakalakevi, Akhcha, Mirishkhani
Kobuleti Bezirk:
  • Chavka

 

 Ezidisch-Kurdische Siedlungen in Georgien

 1. Kakheti Region:
  • Stadt Telavi
  • Dorf Kurdgelauri
  • Dorf Vardisubani
  • Dorf Tsnori
  • Signagi Bezirk, Dorf Sirkha
  • Kvareli Bezirk, Dorf Shilda
  • Pankisi, Dorf Alvani
2. Mtskheta-Mtianeti Region:
  • Stadt Mtskheta
  • Mtskheta Bezirk, Dorf Tsilvani
  • Tianeti Bezirk, Dorf Vezatkheva, Sionis’ Orkhevi
  • Daba Tianeti
3. Batumi Stadt
 4. Guria:
  • Ozurgeti, Dorf Nasakirali, Guriamta
5. Kvemo Kartli Region:
  • Gardabani
  • Rustavi
6.   Stadt Tbilisi

 

 

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